Premiere für 20 gut gelaunte Männer

(Saarbrücker Zeitung, 10.11.2003)

Saarbrücken. Für musikalische Projekte mit Pepp hat Chorleiterin Amei Scheib ein Händchen. Bester Beweis: Der Gemischte Saarbrücker Damenchor, mit dem sie seit über zehn Jahren – abseits der traditionsorientierten Chormusikwelle – auf Erfolgskurs schwimmt. Vor zwei Jahren dann die Idee: Warum nicht die Herren der Schöpfung mit ins Boot nehmen? Am Samstag war es dann so weit: Der „taufrische” Gemischte Saarbrücker Herrenchor hatte mit seinem ersten Soloprogramm „Mann singt ... Lieder aus aller Menschen Länder” auf der Bel-Etage-Bühne der Spielbank Saarbrücken Premiere.

Mit dabei: ein fünfköpfiges Instrumental-Ensemble um Andrea Hermann (Klavier und Percussion), Bernd Bartholomey (Flöten), Martin Stark (Geige), Caner Can (Saz), und Reiner Güttler (Gitarre, Bass und Percussion).

Dass die Feuertaufe den Puls der 20 Männer merklich in die Höhe trieb, war nicht zu überhören, der ausgelassenen Stimmung im Publikum tat das jedoch keinen Abbruch. Dem ein oder anderen Intonations-Chaos zum Trotz – das Trinklied „Tourdion” geriet schon nach wenigen Takten vollkommen aus dem Ruder – wurde eifrig gejubelt. Reif für Monteverdi (Il mio mortir) sind die Männerkehlen allerdings noch nicht, und auch Comedian-Harmonists-Songs („In einem kühlen Grunde”) sind eine Nummer zu groß.

Dafür konnten die Herren bei Zulu-Songs aus Süd-Afrika, bei kroatischer oder türkischer Weltmusik mit leidenschaftlichem Körpereinsatz punkten. Unprätentiös ließ die Truppe sich von den pfiffigen choreografischen Ideen ihrer „Front-Frau” Scheib mitreißen und brachten eine in allen Farben leuchtende Stimmungs-Palette – von traurig bis lebensfroh – auf die Bühne. Dazu eine astreine Bongo-Begleitung – ein Abend, der Lust macht auf mehr.

Gabi Szarvas