„Gemischter Herrenchor“ in Topform

(Saarbrücker Zeitung, 15.03.2010)

Saarbrücken. Vor einigen Wochen erst konzertierte der Gemischte Damenchor (wir berichteten). Nun führte die emsige künstlerische Leiterin Amei Scheib ihr männliches Gegenstück aufs Podium: den „Gemischten Saarbrücker Herrenchor“. Auf einem Videobildschirm über der Bühne des randvollen Konzertsaals der Hochschule für Musik (HfM) ging es am Samstag feucht zu: Da tauchte ein Tropfen in Großaufnahme elegant in die Fluten, da blickte man auf attraktive Meereswellen-Kronen und spektakulär zerstiebendes Nass.

„Aqua männerale“, das wortspielerische Motto, machte Laune, und die gemischten Herren waren im blau-grünen Outfit ganz aufs Thema Wasser eingestellt. Die Unterüberschrift „Musik für Männerchor und Instrumente“ lenkte die Aufmerksamkeit auf ein fünfköpfiges Streicherensemble, auf Querflöte (Claudio Cervone) und Klavier (Marina Kavtaradze), die hier tadelloses Hörvergnügen bescherten. Wie bei Amei Scheib (Co-Dirigent: Ingo Fromm) üblich, war der Abend, so auch mittels Rezitations-Passagen, zu einer Einheit verschmolzen und gestaltete sich musikalisch höchst vielfältig. Der Bogen reichte von Händels satzweise immer wieder auftauchender „Wassermusik“ (teilweise von den Herren intoniert: „Gluck, gluck...“) über Weisen von Brahms, John Dowland, Carl Loewe bis zu 20er-Jahre-Schlager und Nina-Hagen-Pop.

Ganz schön anspruchsvoll, was Scheib und Fromm den Freizeitsängern abverlangten und hier in oft genug über Laien-Niveau hinausreichender Gestaltung an den Hörer brachten. Besonders bei der Interpretation von Franz Schuberts mystischem „Gesang der Geister über dem Wasser“ wuchs der Chor über sich hinaus. Dafür gab's Ovationen. uhr